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Zur
Geschichte der Brömserburg
Die Anfänge
der Brömserburg, ursprünglich Niederburg, wurden bisher nicht entgültig
erforscht.
Mauerreste
eines Wehr- oder Wohnturms, vermutlich zwischen 800 und 1000
entstanden, sind im Inneren der Burg sichtbar. Da bei
Grabungsarbeiten unter diesen Mauern
noch Reste eines römischen Vorgängerbaus entdeckt wurden, liegt die
Vermutung nahe, dass hier möglicherweise zu Zeiten der Römer ein Wachtturm
gestanden haben mag, denn Rüdesheim war der Brückenkopf zum römischen
Kastell Bingium,
heute Bingen, auf der gegenüberliegenden Rheinseite.
Im 11. und
12. Jh. wurde die Burg von den Mainzer Erzbischöfen weiter
ausgebaut.
Zunächst
wurde der Wohnturm mit einer halb hohen Wehrmauer, deren breite
Zinnenöffnungen noch im Mauerwerk erkennbar sind, umgeben. Ein
Wehrturm an der Nordwestecke entstand, er bewachte den damaligen
einzigen Eingang zur Burg. Der Ausbau zur mächtigen
dreigeschossigen Vierflügelanlage, unter Einbeziehung der älteren
Bauteile, erfolgte um 1200.Sämtliche während dieser Bauphase
entstandenen Räume sind gewölbt, entweder mit Tonnen- oder mit
Kreuzgratgewölbe.
Es wurde ein
neuer Wehrturm erbaut, im unteren Bereich hat er eine Mauerstärke
von 4 bis 4,50 Metern. Vermutlich war er ursprünglich ca. 35 Meter
hoch. Auf alten Stichen erkennt man als oberen Turmabschluss einen
vorragenden Wehrgang. Der
obere Teil wurde im 30-jährigen Krieg durch eine Sprengung zerstört,
das geschah 1640 durch die Truppen des Herzogs von Longueville, auch der älteste
Teil der Burg, der vor 1000 errichtete Wohnturm, stürzte bei dieser
Aktion ein.
Anfangs hatte
die Niederburg die Funktion einer Zollburg, der Rhein reichte damals noch
bis an die Südseite der Anlage heran. Als dann zu Beginn des 13. Jhs. die
Burg Ehrenfels zusammen mit dem Mäuseturm zur neuen Zollstätte
wurde, verlor die Niederburg ihre Bedeutung als Zollburg, sie kam in
die Hände
der Ritter von Rüdesheim, ein Zweig dieser Ritter waren die Brömser,
sie lebten
mehrere Generationen hindurch in diesem Gemäuer, daher auch der Name Brömserburg.
Als die
Feuerwaffen aufkamen und die Burg nicht mehr viel Schutz vor
feindlichen Überfällen bot, erbauten sich die Brömser in Rüdesheim
ein komfortables
Wohnhaus, den Brömserhof. Nach dem Aussterben der Familie Brömser
kam die Burg an die Grafen von Metternich, die kein Interesse an dem
alten Gemäuer hatte. Die alte Burg kam nach und nach in einen äußerst
schlechten Zustand. Allerhand Gesindel und auch Getier suchte
Unterschlupf in dem von Efeu überwucherten
Bau, durch dessen leere Fensterhöhlen der Wind pfiff.
Die Rettung
kam durch den Grafen Friedrich Karl Josef
von Ingelheim und seine
Gemahlin Antoinette, die 1811 die Burg erwarben – ein mutiger
Entschluss, wenn man die
damalige Situation des Bauwerkes betrachtet.
Von 1811 bis
1813 wurde die Burg von keinem Geringeren als dem herzöglichnassauischen
Hofbaumeister Georg Moller in eine dem damaligen Zeitgeschmack
angepassten und wie es hieß „romantischen Wohnburg“
umgestaltet. Größere Fenster und Türen ließen nun mehr Licht in
die früher dunklen Gewölbe. Es wurden Wände eingezogen, um die Räume
wohnlicher zu gestalten. Zierliche Eisengeländer
und –Treppen, sowie Sandsteinbalkone an der Südseite schmückten nun das ehrwürdige
alte Gemäuer. Ein Dachgarten wurde angelegt und auch der Burggarten
entzückte die Besucher, die nicht lange auf sich warten ließen.
Bald gaben
sich die Gäste „die Klinke in die Hand,“ denn wo sonst als hier
am Rhein entdeckte man die Romantik, da war dieses alte Burggemäuer
gerade richtig. Drei dicke Gästebücher legen Zeugnis für den
Besucherandrang ab, in jedem etwa 1500
Eintragungen und auf fast jeder zweiten Seite eine berühmte Persönlichkeit,
z.B. Johann Wolfgang v. Goethe, Heinrich Heine, Clemens v. Brentano,
Achim v.
Armin, Carl Maria v. Weber, Felix Mendelssohn-Bartholdi, Albert Lortzing, der
Teufelsgeiger Paganini, Ludwig Uhland, die Gebrüder Grimm, Fürst Pückler
Muskau – um nur einige Berühmtheiten zu nennen.
Bis 1937 war
die Burg bewohnt, 1940 wurde sie an die Stadt Rüdesheim verkauft.
Während des
Krieges lebten darin Gefangene und später Flüchtlinge. Nach dem
Krieg wurde Raum für Raum hergerichtet, ausgestattet und eröffnet.
1950 wurde
das Museum offiziell eröffnet.
1961 wurde
die im 30-jährigen Krieg zerstörte Südostecke teilweise
hochgezogen, dadurch
entstand der Raum für die antiken Weingefäße, über diesem Raum
eine schöne
Terrasse.
Der
Museumsverein wurde 1963 gegründet.
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